Fünf Irdenware-Glasuren, mit denen der Einstieg leicht fällt

por Luna Conradus septiembre 18, 2026

Wer mit BOTZ anfängt, startet am besten im Irdenwarebereich zwischen 1020 und 1060 °C: Die Glasuren sind gebrauchsfertig, brauchen keine Spezialausrüstung und verzeihen mehr als der Hochbrand. Für die ersten Projekte reichen fünf Dosen - eine transparente Basisglasur und vier deckende Farben, die auch bei etwas ungleichmäßigem Auftrag ein sauberes Ergebnis liefern. Wichtiger als die Farbwahl sind dabei zwei Angaben auf der Dose: ob die Glasur zum Ablaufen neigt und ob sie für Ess- und Trinkgeschirr empfohlen ist. Beides steht als Piktogramm auf dem Etikett - und beides erklären wir hier an konkreten Beispielen.

Warum Irdenware der richtige Einstieg ist

BOTZ führt Glasuren für sehr unterschiedliche Temperaturbereiche, von Engoben ab 900 °C bis zu Steinzeugglasuren bei 1280 °C. Für den Anfang spricht viel für die Irdenware-Linie mit ihrem Bereich von 1020 bis 1060 °C.

Der erste Grund ist praktisch: Fast jeder Hobbyofen und jeder Kurs-Ofen fährt diese Temperatur problemlos. Der zweite ist wirtschaftlich - Irdenware ist mit weitem Abstand unsere breiteste Linie, du findest also für fast jede Farbvorstellung etwas und brennst zudem energiesparend. 

Was du wissen solltest: Irdenware wird in diesem Bereich meist nicht dicht gebrannt. Viele Tone nehmen bei 1020 bis 1100 °C noch Wasser auf. Für Becher, Schalen und Deko ist das kein Problem; eine Vase, die dauerhaft Wasser hält, ist im Steinzeugbereich besser aufgehoben.

Wonach diese fünf ausgewählt sind

Eine Empfehlungsliste ist nur so gut wie ihre Kriterien, deshalb legen wir sie offen. Für den Einstieg zählt nicht, welche Farbe am schönsten ist, sondern welche Glasur am wenigsten schiefgehen kann. Alle fünf erfüllen:

  • Sie verzeihen Temperaturabweichungen. Alle sind bis 1100 °C brennbar, obwohl der Idealwert bei 1050 °C liegt. Dein Ofen muss also nicht auf zehn Grad genau arbeiten - und genau das weiß man am Anfang selten.
  • Sie laufen nicht ab. Bei den deckenden Farben hält BOTZ ausdrücklich fest, dass sie gut ausschmelzen und selbst bei 1100 °C nicht zum Ablaufen neigen. Das erspart dir die häufigste Enttäuschung des ersten Brands.
  • Sie decken zuverlässig - auch bei ungleichmäßigem Auftrag und auch auf farbigem Ton. Wer mit rotem Ton arbeitet, muss keine Farbverschiebung einkalkulieren.
  • Sie tragen - bis auf eine bewusste Ausnahme - das Piktogramm „empfohlen für Tafelgeschirr". Wer Becher und Schalen macht, ist damit auf der sicheren Seite.

Die fünf Glasuren für den Start

9102 Transparent glänzend - die Basis

Die transparente Glasur ist die vielseitigste Dose im Regal: Sie versiegelt bemalte Oberflächen, ohne die Farbe darunter zu verändern, und ist laut BOTZ die ideale Aufglasur für Unidekor. Wenn du also mit Unterglasurfarben malen willst, brauchst du sie zwingend.

Eine Regel ist dabei nicht verhandelbar, und sie steht so auf der Dose: nur einmal auftragen, möglichst mit einem weichen, dicken Pinsel, bei Bedarf etwas Wasser zugeben. Zwei Schichten machen die Glasur milchig statt klar - der häufigste Fehler mit dieser Farbe. Sie ist für Tafelgeschirr empfohlen und auch für Raku geeignet.

9102 Transparent glänzend - Keramikglasur von BOTZ
9102 Transparent glänzend
glänzendempfohlen für TafelgeschirrRaku geeignet
Farbe
transparent
Oberfläche
glänzend · transparent
Brennbereich
1020-1060 °C
Besonderheiten
nur 1× auftragen, weicher dicker Pinsel · ideale Aufglasur für Unidekor

9368 Fliederblau - die gutmütigste

Fliederblau ist die Glasur, die wir Einsteigern am ehesten in die Hand geben. Sie ist deckend und glänzend, schmilzt sehr gut aus und neigt auch bei 1100 °C nicht zum Ablaufen. Das nimmt zwei Sorgen auf einmal: keine Schlieren bei ungleichmäßigem Auftrag, keine Pfütze auf der Ofenplatte.

Dazu kommt, dass sie auch auf farbigen Tonen gute Ergebnisse liefert - wenn du also mit rotem Ton arbeitest, musst du keine Farbverschiebung einkalkulieren. Empfohlen für Tafelgeschirr.

9368 Fliederblau - Keramikglasur von BOTZ
9368 Fliederblau
glänzendempfohlen für TafelgeschirrRaku geeignet
Farbe
helles Fliederblau
Oberfläche
glänzend · deckend
Brennbereich
1020-1060 °C
Besonderheiten
schmilzt sehr gut aus, neigt auch bei 1100 °C nicht zum Ablaufen

9486 Kürbisorange - deckend und warm

Kürbisorange hat dieselben gutmütigen Eigenschaften wie Fliederblau: deckendes helles Orange, gute Ergebnisse auch auf farbigen Tonen, schmilzt sauber aus und läuft selbst bei 1100 °C nicht ab. Zusammen mit Fliederblau ergibt sich ein Paar, das warm und kühl abdeckt - für die ersten Projekte oft genug Auswahl.

9486 Kürbisorange - Keramikglasur von BOTZ
9486 Kürbisorange
glänzendempfohlen für TafelgeschirrRaku geeignet
Farbe
kräftiges Orange
Oberfläche
glänzend · deckend
Brennbereich
1020-1060 °C
Besonderheiten
deckendes helles Orange · läuft auch bei 1100 °C nicht ab

9349 Maisgelb - das Leuchtende

Maisgelb ist ein leuchtendes Gelb und für Tafelgeschirr empfohlen. BOTZ nennt als Kombinationsvorschlag die Glasur 9501 Karneval - ein Hinweis darauf, dass sich Maisgelb gut als Grundton für mehrfarbige Arbeiten eignet. Wie die anderen kann sie bis 1100 °C gebrannt werden.

9349 Maisgelb - Keramikglasur von BOTZ
9349 Maisgelb
glänzendempfohlen für TafelgeschirrRaku geeignet
Farbe
sattes Sonnengelb
Oberfläche
glänzend · deckend
Brennbereich
1020-1060 °C
Besonderheiten
leuchtendes Gelb · Kombinationsvorschlag von BOTZ: 9501 Karneval

9516 Lila - die Intensive

Lila ist ein opakes, intensives Dunkelviolett und damit die kräftigste Farbe der fünf. Sie deckt vollständig, was sie für Objekte interessant macht, bei denen der Ton nicht durchscheinen soll. BOTZ empfiehlt die Kombination mit 9514 Herbstaster. Ebenfalls für Tafelgeschirr geeignet und bis 1100 °C brennbar.

9516 Lila - Keramikglasur von BOTZ
9516 Lila
glänzendempfohlen für Tafelgeschirr
Farbe
gedecktes Dunkelviolett
Oberfläche
glänzend · deckend
Brennbereich
1020-1060 °C
Besonderheiten
opakes, intensives Dunkelviolett · deckt vollständig

Und was ist mit den Effektglasuren?

Die spannendsten Oberflächen im Sortiment sind Effektglasuren - etwa 9536 Cumulus, bei der intensive blaue Fließspecks florale Muster auf champagnerfarbenem Untergrund zeichnen. Kein Stück sieht aus wie das andere. Sie sind großartig, aber als erste Glasur ungeeignet: Ihr Ergebnis hängt stärker von Auftragsstärke, Temperatur und Position im Ofen ab, und wer noch keinen Vergleichswert hat, kann einen misslungenen Brand schlecht einordnen. Heb sie dir auf, bis du weißt, wie dein Ofen sich verhält - dann werden sie zum Vergnügen statt zur Fehlersuche.

9536 Cumulus - Keramikglasur von BOTZ
9536 Cumulus
seidenglänzend
Farbe
champagnerfarben mit blauen Fließspecks
Oberfläche
seidenglänzend · deckend
Brennbereich
1020-1060 °C
Besonderheiten
Effektglasur - blaue Fließspecks auf champagnerfarbenem Grund · nichts für den ersten Brand

Was du außer der Glasur brauchst

Die Ausrüstung für den Anfang ist überschaubar - teuer wird es erst später.

Unverzichtbar ist ein Borstenpinsel; er ist der Standard für den Glasurauftrag. Für die transparente Glasur solltest du einen weichen, dicken Pinsel bereitlegen, weil sie in einem Zug aufgetragen wird. Dazu kommt etwas zum Umrühren: Die Glasur setzt sich in der Dose ab und muss vor jedem Gebrauch kräftig aufgerührt werden, sonst stimmt die Konsistenz nicht.

Was du außerdem einplanen solltest, ist ein Trennmittel für die Ofenplatten. Es wird zwei- bis dreimal aufgestrichen und im Schrühbrand mitgebrannt - und erspart dir den Moment, in dem eine abgelaufene Glasur die Platte ruiniert.

Wie viel Glasur brauchst du - und wie lange hält sie?

BOTZ-Glasuren gibt es in zwei Gebinden: 200 Milliliter und 800 Milliliter. Für die ersten Projekte ist die kleine Dose die vernünftige Wahl - du probierst mehrere Farben aus, statt dich früh auf eine festzulegen. Erst wenn du weißt, welche Farbe dein Standard wird, lohnt die große Dose; pro Liter ist sie deutlich günstiger.

Unterschätze die Ergiebigkeit nicht. Flüssigglasuren wirken teurer als Pulver, sind es aber nicht: 800 Milliliter BOTZ entsprechen ungefähr 1,4 bis 1,8 Kilogramm Pulverglasur. Dazu kommt, dass nichts durch falsches Anrühren verdirbt und keine Reste übrig bleiben, die du entsorgen musst.

Die Haltbarkeit liegt bei durchschnittlich zwei bis drei Jahren nach dem Kauf, manche Glasuren halten deutlich länger. Entscheidend sind die Lagerbedingungen: kein Frost, keine Hitze, keine großen Temperaturschwankungen. Ist eine Glasur eingedickt, ist sie nicht verloren - du rührst sie mit etwas Wasser wieder streichfähig. Ein Tipp aus der Praxis für die Dose selbst: Nach Gebrauch den Rand gut säubern und etwas Wasser obenauf geben, das du erst beim nächsten Mal unterrührst. So trocknet nichts am Deckel fest.

Eine Sorge kannst du dir übrigens sparen: BOTZ-Flüssigglasuren sind bleifrei und kennzeichnungsfrei, sie enthalten also keine Gefahrstoffe in kennzeichnungspflichtiger Konzentration. Und weil sie flüssig sind, stauben sie nicht - die Atemwegsbelastung, die beim Anrühren von Pulverglasuren entsteht, entfällt komplett. Die üblichen Werkstattregeln gelten trotzdem: beim Arbeiten nicht essen, trinken oder rauchen, danach die Hände waschen, und Kinder nur unter Aufsicht arbeiten lassen.

Für Teller und Tassen: das Piktogramm entscheidet

Wer Geschirr töpfert, stößt schnell auf den Begriff „lebensmittelecht". BOTZ selbst sagt dazu klar: Diesen Begriff gibt es in der Keramik nicht. Maßgeblich ist etwas anderes - das Piktogramm „empfohlen für Ess- und Trinkgeschirr". Es tragen nur die Glasuren, die einen Säure- und Laugentest nach DIN-Standard bestanden haben.

Vier der fünf hier vorgestellten Glasuren tragen dieses Piktogramm. Nicht dazu gehören generell matte, stark metallische und craquelierte Oberflächen: Bei ihnen ist die Glasur nicht geschlossen genug, sodass sich Rückstände ablagern können. Für die Außenseite einer Vase ist das gleichgültig, für die Innenseite einer Müslischale nicht.

Und ein zweiter Punkt, der oft mit der Glasur verwechselt wird: Ob dein Stück Flüssigkeit hält, entscheidet der Ton, nicht die Glasur. Dicht wird Keramik erst, wenn der Scherben gesintert ist - frag die Sintertemperatur bei deinem Tonlieferanten nach.

Daran hängt auch die Frage nach der Spülmaschine. Handgetöpfertes wäschst du am besten von Hand. Hoch gebrannte Keramik verträgt die Maschine gelegentlich; im Irdenwarebereich ist davon abzuraten. BOTZ hat das an zwei gleichen Schalen durchgespielt - eine rund fünfzigmal in der Maschine, eine ebenso oft von Hand gespült - und der Unterschied ist am Ende deutlich zu sehen. Dazu kommt ein zweiter Punkt: Niedrig gebrannte Ware nimmt beim Spülen Wasser auf und muss danach gut belüftet trocknen, bevor sie in den Schrank kommt.

Die häufigsten Anfängerfehler

Zu viele Schichten. BOTZ-Glasuren werden in der Regel zwei- bis dreimal aufgetragen, jede Schicht kreuzweise zur vorherigen und erst, wenn die vorige angetrocknet ist. Mehr Material bedeutet nicht mehr Farbe, sondern mehr Masse, die im Brand irgendwohin fließen muss. Die transparente 9102 ist der Sonderfall: nur einmal.

Bis zum Rand glasieren. Der Fuß deines Objekts bleibt frei, und das untere Drittel wird sparsam glasiert. Alles, was abläuft, landet sonst auf der Ofenplatte.

Auf den falschen Untergrund glasieren. Die Glasur gehört auf einen staub- und fettfreien Scherben. Fingerabdrücke vom Abschleifen oder Staub vom Schrühbrand führen dazu, dass die Glasur nicht gleichmäßig haftet - die Fehlstellen siehst du erst nach dem Brand. Kurz abstauben und nicht mit fettigen Fingern anfassen reicht in der Regel aus.

Übrigens: Vor dem Glasieren steht der Schrühbrand. Traditionell wird er zwischen 850 und 900 °C gefahren; BOTZ nennt einen guten Grund, eher auf etwa 950 °C zu gehen - dann ist der Ton weitgehend ausgegast und stört die Glasur im zweiten Brand nicht mehr mit aufsteigenden Gasen, was Blasen und Krater vermeidet.

Die Glasur zieht sich zusammen. Stellen, an denen der Scherben nach dem Brand nackt daliegt, während die Glasur daneben zu einem Wulst zusammengelaufen ist, heißen in der Werkstatt Abroller. Die Ursachen sind fast immer dieselben drei: Die Schicht war noch nicht durchgetrocknet, der Scherben war nicht ganz fett- und staubfrei, oder die Oberfläche war so rau, dass die Glasur keinen gleichmäßigen Halt fand. Gegen das Letzte hilft, die erste Schicht mit etwas Wasser zu verdünnen und mit dem Pinsel richtig in die Struktur einzuarbeiten.

Und der wichtigste Satz für den Anfang: Ein misslungenes Stück ist nicht verloren. Fehlstellen füllst du gezielt mit Glasur, lässt sie gut durchtrocknen, glasierst mit weichem Pinsel noch einmal über das ganze Stück und brennst erneut. Das funktioniert bei den allermeisten Fehlern - weggeworfen wird deutlich zu viel Keramik, die ein zweiter Brand gerettet hätte.

Zu früh brennen. Glasierte Ware muss vor dem Brand gut durchtrocknen, mindestens einen ganzen Tag. Feuchtigkeit unter der Glasur sucht sich beim Aufheizen ihren Weg nach außen. Wie die Brenntemperatur und die Haltezeit das Ergebnis beeinflussen, steht ausführlich im Beitrag zur Brennkurve für den Glasurbrand.

Der Einstieg auf einen Blick

  1. Starte im Irdenwarebereich 1020-1060 °C - gebrauchsfertig, breite Auswahl, jeder Ofen schafft das.
  2. Eine transparente Basis plus zwei bis vier deckende Farben reichen für die ersten Projekte völlig aus.
  3. Achte auf „neigt nicht zum Ablaufen" - deckende Farben wie 9368 und 9486 sind deshalb entspannter als Effektglasuren.
  4. 9102 nur einmal auftragen, alle anderen zwei- bis dreimal kreuzweise.
  5. Für Geschirr zählt das Piktogramm, nicht das Wort „lebensmittelecht".

Alle fünf Glasuren findest du im Irdenware-Sortiment, und weitere Antworten rund um Auftrag, Brand und Verarbeitung stehen in unseren häufigen Fragen.


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